Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz

Das können Beschäftigte tun

Mehr als ein Viertel der abhängig Beschäftigten lassen auch bei langen Arbeitstagen die Pausen ausfallen, so ein Ergebnis des Stressreports Deutschland 2012, den die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) herausgegeben hat. „Dabei ist die Wirksamkeit von Pausen unstrittig“, hebt Prof. Martin Schütte vom BAuA hervor. „Sie beugen Ermüdung und Erschöpfung vor.“

Einen Kaffee holen, zum Drucker gehen, einen Kollegen im Zimmer besuchen, statt eine E-Mail zu schreiben: Das sind einfache Maßnahmen, um kleine Auszeiten in den Arbeitsalltag einzubauen. Oft bringen schon kleine Veränderungen etwas Erleichterung. Dabei gilt es herauszufinden, was man selber ändern kann und was an organisatorischen Bedingungen liegt. „Kommt eine Mitarbeiterin, ein Mitarbeiter zu dem Schluss, dass die Arbeit nicht zu schaffen ist, ist es ratsam, frühzeitig die Führungskraft anzusprechen“, empfiehlt Prof. Schütte. Weitere Ansprechpartner sind der Betriebsarzt oder der Betriebsrat. „Sinnvoll kann es dabei auch sein, vorher eine Kollegin oder einen Kollegen um Unterstützung zu bitten.“

Der Mensch braucht Stress

Einen Arbeitsplatz ohne Stress gibt es jedoch nicht. „Eine belastungsfreie Situation wäre für den Menschen entsetzlich“, sagt Schütte. „Denn der Mensch braucht Herausforderungen, um sich weiterentwickeln zu können.“ Doch unser Körper und unsere Seele sind darauf angewiesen, dass auf Anspannung eine entspannte Phase folgt. Dauerstress kann krank machen und in eine totale Erschöpfung führen. Dieser Zustand – als Burnout-Syndrom bekannt geworden – ist zwar keine offizielle Diagnose, kann aber die Vorstufe einer Depression sein.

Was jemand als Stress erlebt, ist individuell sehr unterschiedlich. Während der eine sich darauf freut, einen Vortrag zu halten, verbringt ein anderer deshalb schlaflose Nächte. Während der eine unter Druck gerade motiviert ist, fühlt sich jemand anderes dadurch blockiert.

Überbelastung vermeiden – Tipps für Beschäftigte

Dennoch gibt es ein paar allgemeine Tipps, wie eine übermäßige Belastung zu vermeiden ist. Mehr Informationen sind der Broschüre „Kein Stress mit dem Stress – eine Handlungshilfe für Beschäftigte“ des BKK-Bundesverbandes zu entnehmen.

  • Sie arbeiten öfters durch? Machen Sie bewusste Pausen. Planen Sie die Pausen ein und halten Sie diese Zeiten von Terminen frei.
  • Setzen Sie sich und anderen Grenzen. Die dienstfreie Zeit sollte dienstfrei bleiben.
  • Sorgen Sie für eine aktive Gestaltung Ihrer Freizeit. „Abhängen“ ist nur vermeintlich entspannend, bringt aber oft nicht den gewünschten Effekt. Nehmen Sie Urlaubsansprüche konsequent wahr.
  • Sie wollen möglichst perfekt sein? Versuchen Sie, sich von eigenen übertriebenen Leistungsansprüchen zu befreien.
  • Bauen Sie Stresshormone über regelmäßige Bewegung ab.
  • Machen Sie sich mit einer Entspannungsmethode vertraut, besuchen Sie einen Kurs zur Stressbewältigung. Beides wird vielleicht auch in Ihrem Unternehmen angeboten.
  • Pflegen Sie freundschaftliche Beziehungen zu Kolleginnen und Kollegen, die Ihnen sympathisch sind.
  • Wenn Sie unter psychischen Problemen leiden: Sprechen Sie mit Kollegen Ihres Vertrauens, mit dem Partner und Freunden darüber. Scheuen Sie sich nicht, sich professionellen Rat bei einer Telefon-Hotline, Beratungsstelle, Ihrem Hausarzt oder einem Therapeuten zu holen.

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