Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz

Die Verantwortung der Führungskräfte

Je häufiger die Mitarbeiter Unterstützung von Vorgesetzten erfahren, desto weniger berichten sie von gesundheitlichen Beschwerden. Das ist ein Ergebnis des Stressreports der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Auch weitere Studien belegen, dass ein partnerschaftlicher, mitarbeiterorientierter Führungsstil besonders geeignet ist, Stress bei den Beschäftigten zu reduzieren.

Wertschätzung ausdrücken

„Wir wissen aus der Motivationspsychologie, dass Menschen nicht nur zur Arbeit gehen, um ein ausreichendes Gehalt zu bekommen“, sagt Dr. Andreas Tautz, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) und Chief Medical Officer eines großen Unternehmens. „Sie möchten auch das einbringen, was sie gelernt haben, und dafür Wertschätzung von Kollegen und Vorgesetzten erfahren.“ Das sei ein menschliches Grundbedürfnis, sagt Tautz und bringt es folgendermaßen auf den Punkt: „Der größte Motivationsfaktor geht von dem Wort ‚Danke!’ aus.“

Das Gleichgewicht zwischen Arbeitsbelastung und erlebter Belohnung – sei es Anerkennung, ausreichende Bezahlung oder Arbeitsplatzsicherheit – muss stimmen, sonst kommt es zu einer so genannten Gratifikationskrise. Dr. Tautz: „Menschen, die sich nicht wertgeschätzt fühlen, haben ein doppelt so hohes Risiko, an einer depressiven Störung zu erkranken.“

Mitarbeiter fördern – Tipps für Führungskräfte

Die Broschüre „Kein Stress mit dem Stress“ für Führungskräfte des BKK-Bundesverbands – hervorgegangen aus dem Projekt „Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt – psyGa-transfer“, an dem auch das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit beteiligt ist, nennt unter anderem folgende Punkte, auf die Führungskräfte achten sollten:

  • Schaffen Sie eine Wertschätzungskultur. Loben Sie so oft wie möglich – das aber nicht als Automatismus. Bleiben Sie dabei authentisch.
  • Übertragen Sie Ihren Mitarbeitern mit den Aufgaben auch ihr Vertrauen. Unterstützen Sie, dass sie ihre Arbeitsabläufe und Arbeitszeit autonom gestalten.
  • Lassen Sie Ihre Mitarbeiter mit Zielvorgaben nicht alleine. Besprechen Sie die einzelnen Schritte und bleiben Sie bei Problemen ansprechbar.
  • Fördern Sie, dass Ihre Mitarbeiter zusammenarbeiten. Belohnen Sie Kooperation mehr als Konkurrenz.
  • Gehen Sie Konflikte aktiv an. Suchen Sie gemeinsam mit den Betroffenen nach praktikablen Lösungen und haben Sie selber auch ein offenes Ohr für Kritik an Ihrem Führungsstil.
  • Sorgen Sie für Ehrlichkeit und Transparenz. Offene Kommunikation ist nicht nur ein Zeichen von Beteiligung, sondern sichert die Qualität der Arbeit.
  • Führungskräfte sollten sich ihrer Vorbildfunktion bewusst sein: Leben Sie eine gesunde Balance von Arbeit und Privatleben vor, pflegen Sie eine Pausenkultur, nehmen Sie selber Angebote der Gesundheitsförderung wahr. Das gehört auch zur Selbstpflege.

Diesen Artikel teilen

Register now


I'm a small Introtext for the Register Module, I can be set in the Backend of the Joomla WS-Register Module.



  or   Login
×