Kinder von psychisch erkrankten Eltern

Darüber sprechen! – Tipps für betroffene Eltern

Viele Eltern wollen ihre Kinder schützen, deshalb sprechen sie nicht mit ihnen über die psychische Erkrankung der Mutter oder des Vaters. Doch Kinder merken, dass etwas nicht stimmt – auch wenn sie noch so klein sind. Und je weniger sie wissen, desto mehr machen sie sich Sorgen. Insbesondere jüngere Kinder tendieren dazu, die Schuld bei sich zu suchen, wenn es den Eltern schlecht geht. Deshalb:

  • Versuchen Sie Ihrem Kind offen und ehrlich zu erklären, was genau los ist! Wenn Sie unsicher sind, wie Sie Ihr Kind altersgerecht informieren, ohne es zu überfordern, können Sie sich beraten lassen (siehe unter „Weitere Informationen“). Inzwischen gibt es auch einige Broschüren für Kinder und Jugendliche zu dem Thema. Machen Sie vor allem deutlich, dass das Kind nicht die Ursache der Probleme ist.
  • Viele Kinder möchten alles tun, damit es der Mutter oder dem Vater wieder besser geht. Doch Kinder bleiben Kinder. Geben Sie ihnen nicht zu viele Aufgaben, sondern sorgen Sie dafür, dass ihnen genug Zeit bleibt für Sport, Spiel, Freunde und ihre Hobbys.
  • Vielen Kindern und Familien tut eine Vertrauensperson außerhalb der Familie gut. Das kann Tante, Onkel, Oma oder Opa, eine Lehrerin, ein Lehrer sein, eine Freundin oder Freund. Wenn Sie niemanden in ihrer Familie oder Freundeskreis kennen, dem Sie Ihre Kinder anvertrauen wollen, können Sie eine Patenschaft initiieren. Auch eine Vertrauensperson, die das Kind selbst gewählt hat, kann eine wichtige Hilfe sein.
  • Erwarten Sie nicht von sich, alles alleine zu schaffen. Organisieren Sie in gesunden Phasen Unterstützung. Beziehen Sie Familienmitglieder, Nachbarn, Freunde mit ein und nehmen Sie professionelle Hilfe in Anspruch, wenn es nötig ist. Das Jugendamt etwa ist keine „Wegnehm-Institution“, sondern bietet viele Hilfen an wie zum Beispiel Erziehungsbeistand oder Gruppenarbeit für Kinder.
  • Erstellen Sie einen Notfallplan für Krisenzeiten. Dazu kann zum Beispiel eine Behandlungsverfügung mit Ihrer gewünschten Klinik gehören oder eine Willenserklärung, in der Sie bestimmen, welche Personen für Ihre Kinder sorgen, falls ein Klinikaufenthalt unvermeidlich ist. Solche verbindlichen Absprachen schaffen Halt.

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