Psychische Erkrankungen im Film

Empfehlungen

Bestehende Vorurteile dürfen nicht verstärkt werden, heißt es in dem Wertekodex von der Produktionsfirma Ufa Serial Drama mit Sitz in Potsdam, die mit ihren TV-Serien (u.a. „Gute Zeiten Schlechte Zeiten“) täglich über zehn Millionen Zuschauer erreicht. Die Zuschauerin, der Zuschauer könnte sich ärgern, wenn eine psychische Erkrankung zu dramatisch oder stereotyp dargestellt wird, darauf weisen die Seiten der britischen Anti-Stigma-Kampagne „Time to Change“ hin. Schließlich gehört für ein Viertel bis zu einem Drittel von ihnen eine psychische Erkrankung zum realen Leben.

Angelehnt an die Medien-Tipps von „Time to Change“ hat das Aktionsbündnis folgende Empfehlungen für (Fernseh-) Drehbuchautoren zusammengestellt:

  • Sprechen Sie mit möglichst vielen Menschen, die selber schon eine psychische Erkrankung erfahren haben. Sie sind die besten Berater, wenn es um eine präzise Darstellung einer seelischen Störung geht.
  • Suchen Sie auch den Rat von Fachleuten, um sicherzugehen, dass die gezeigten Symptome relevant und realistisch sind.
  • Eignen Sie sich Wissen über Behandlungsmöglichkeiten an und berücksichtigen Sie bei der Konzeption der Story, dass psychische Erkrankungen auf vielfältige Weise therapiert werden können und grundsätzlich heilbar sind.
  • Vermeiden Sie den Eindruck, alle psychischen Krankheiten seien gleich. Seien Sie spezifisch: Um welche psychische Erkrankung genau handelt es sich? Stellen Sie sicher, dass die medizinischen Begriffe korrekt verwendet werden.
  • Denken Sie darüber nach, wie die anderen Charaktere im Film – Angehörige, Freunde, Kollegen – auf die psychische Störung reagieren. Auch die Nebenfiguren sollten präzise dargestellt sein.
  • Entscheiden Sie sich klar für eine Perspektive – die des Betroffenen oder eines Beteiligten. Sonst verliert die Geschichte.
  • Geben Sie der Story genügend Zeit sich zu entwickeln. Eine psychische Störung beginnt in der Regel schleichend.
  • Nutzen Sie die psychische Erkrankung möglichst nicht, um schlechtes oder seltsames Benehmen oder gewalttätiges Verhalten zu erklären.
  • Vermeiden Sie den Eindruck, Menschen mit psychischen Erkrankungen seien grundsätzlich gewalttätig, arbeitsunfähig, unberechenbar, vertrauensunwürdig, schwach oder hilfsbedürftig.
  • Bemühen Sie sich um eine angemessene Bildsprache: Wenige Menschen mit psychischen Krankheiten sind ungepflegt, verwirrt und immer allein.
  • Berücksichtigen Sie, dass ein Mensch mit einer psychischen Störung nicht nur schlechte, sondern auch gute Tage erlebt.
  • Reduzieren Sie die Figur mit einer psychischen Störung nicht auf die Diagnose. Dieser Mensch hat auch Stärken und Werte, nach denen er zu leben versucht.
  • Stellen Sie auf Ihren Online-Seiten Informationen, Telefonhotlines und Anlaufstellen für Betroffene zusammen.

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