Psychopharmaka – Fluch oder Segen?

Das verträglichste Medikament herausfinden – Nebenwirkungen

Wo Medikamente eine Wirkung entfalten, ist auch mit Nebenwirkungen zu rechnen. Das gilt für alle Medikamente, nicht nur für Psychopharmaka. Doch die neueren Generationen von Psychopharmaka gelten als besser verträglich. So wirken Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI, s. Teil VI) genauso gut gegen Depressionen wie die älteren, klassischen Medikamente (trizyklische Antidepressiva), machen aber nicht so müde. Und die neueren Mittel gegen Psychosen, sogenannte atypische Neuroleptika, verursachen nur sehr selten die gefürchteten Bewegungsstörungen (Tippelschritte, steifer Gang), wie die Stiftung Warentest schreibt.

Doch nichtsdestotrotz sind manche Nebenwirkungen wie die Gewichtszunahme bei den atypischen Neuroleptika oder Potenzstörungen bei den SSRI für viele Patienten nicht akzeptabel. „Arzt und Patient sollten gemeinsam das individuell am besten verträgliche Medikament herausfinden“, sagt Prof. Gaebel. Denn das Nebenwirkungsprofil unterscheidet sich von Medikament zu Medikament, auch innerhalb einer Arzneimittelgruppe. Das Mittel könnte auch zu hoch dosiert sein, etwa wenn sich ein Patient durch ein Neuroleptikum stark abgedämpft fühlt.

Die gute Nachricht: Die in den wissenschaftlichen Leitlinien empfohlenen Dosierungen sind in den letzten Jahrzehnten immer weiter gesunken. „Die Nebenwirkungen sind nicht schön“, berichtet ein betroffener Mann. „Aber wenn das Medikament gegen meine schweren Depressionen hilft, nehme ich sie gerne in Kauf. Dann halte ich eben Diät ein und bei Schwindel bleibe ich stehen.“


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