Schizophrenie verstehen und bewältigen

„Ich werde durchlässiger“ – Früherkennung

Eine Schizophrenie entwickelt sich in der Regel schleichend: „Eine schizophrene Psychose kündigt sich häufig schon viele Jahre vorher mit recht unspezifischen Symptomen an, wie sozialer Rückzug, Lustlosigkeit oder allgemeines Misstrauen“, berichtet Dr. Birgit Janssen, Oberärztin an der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am LVR-Klinikum Düsseldorf. „Wenn ich das Gefühl habe, ich werde durchlässiger, geräuschempfindlicher, und mir wird alles zu viel, dann sind das Warnzeichen.“ Auch anhaltende Unruhe, Schlafstörungen, Reizbarkeit und eine gedrückte Stimmung können Frühsymptome sein.

Eltern beobachten in der Vorphase einer beginnenden Psychose Veränderungen ihres Kindes, die sie in hohem Maße befremden, schreibt der Psychiater Asmus Finzen. Kinder, die bis dahin freundlich gewesen waren, werden abrupt frech. Kinder, die gewissenhaft waren, werden unachtsam und unordentlich. Sie gehen nicht mehr zur Schule, sie vernachlässigen die Kleidung und soziale Beziehungen. Solche Veränderungen können allerdings durchaus auch mit der Pubertät einhergehen und sind deshalb schwer als pathologisch zu erkennen.

Früherkennungszentren

Eindeutiger ist es, wenn jemand vorübergehend Stimmen hört oder sich verfolgt fühlt, was sich nach wenigen Stunden oder Tagen wieder legt. Menschen, denen solche Symptome bei sich oder anderen Sorgen bereiten, können sich an eines der Früherkennungszentren wenden, die es in einigen Städten Deutschlands gibt (s. unter 4.). „Große Studien haben gezeigt, dass bei rechtzeitiger Behandlung und guter Beobachtung die Wahrscheinlichkeit für einen Ausbruch deutlich sinkt“, so Janssen.


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