Seelische Gesundheit im Alter

Behandlung von älteren Menschen mit seelischen Erkrankungen

Angehörige/Pflegende Angehörige

In Deutschland leben 2,4 Millionen Menschen, die als pflegebedürftig gelten, und zusätzlich ca. 3 Millionen Menschen, die als hilfebedürftig gelten, jedoch keinen Anspruch auf Pflegeleistungen haben. Die Angehörigen von älteren Menschen erleben deren Hilfsbedürftigkeit häufig als belastend, umso mehr, wenn sie selber die Pflege übernehmen. Kommt eine psychische Erkrankung bei dem pflegebedürftigen Familienmitglied hinzu, kann das den Umgang und die Versorgung des älteren Menschen erheblich erschweren. Studien erweisen, dass die Hälfte bis zu zwei Drittel der pflegenden Angehörigen von Menschen mit Demenzerkrankungen selber depressive Symptome und Angstsymptome entwickeln und in der Folge manchmal selber an einer psychischen Störung erkranken. Angehörige – ob pflegend oder nicht – haben oft Schwierigkeiten, sich abzugrenzen und den Raum für Ihre eigenen Bedürfnisse zu nehmen. Sie brauchen dann selber oft dringend Hilfe und Unterstützung.

Gerontopsychiatrische Versorgung

Die Gerontopsychiatrie ist ein Teilgebiet der Psychiatrie. Überall dort, wo bei einem älteren Menschen (das Alterskriterium variiert zwischen 60 und 65 Jahren), die psychische Störung im Vordergrund des Krankheitsbildes steht, ist die Gerontopsychiatrie zuständig. Neben der medizinischen und pflegerischen Unterstützung ist dann auch eine psychosoziale und psychiatrische Behandlung notwendig. Obwohl es in Deutschland bereits eine Vielzahl spezialisierter Angebote wie Fach- und Beratungsdienste, Pflegedienste, stationäre Betreuungs- oder Wohngruppen bis hin zu gerontopsychiatrischen Pflegeheimen und Klinik-abteilungen gibt, sind diese meist nur vereinzelt oder mit erheblichen regionalen Unterschieden vorzufinden.

Wenn keine Spezialeinrichtungen in der Nähe sind, kann die Versorgung integriert werden, d.h. jemand wird z.B. von einem allgemeinen ambulanten Pflegedienst betreut, ist aber bei einem Gerontopsychiater in Behandlung oder jemand nimmt einen psychiatrischen Pflegedienst in Anspruch und wird allgemeinen medizinisch durch den Hausarzt versorgt. Grundlegend für eine erfolgreiche Behandlung ist es, die Krank-heitssituation in einem ganzheitlichen Zusammenhang zu betrachten und mögliche Wechselwirkungen zwischen körperlichen, psychischen und sozialen Aspekten zu beachten.

Therapeutische Behandlung

Ab 60 Jahren nimmt die Inanspruchnahme von Psychotherapien stark ab, nur sehr wenige Patienten sind über 75 Jahre alt. Gründe hierfür liegen möglicherweise in einer negativen Einstellung zu Psychotherapie und der Annahme, dass eine Veränderung nicht mehr möglich ist. Tatsächlich fällt es im Alter schwerer sich umzustellen und geistig zu verändern, aber auch in hohem Alter können Psychotherapien helfen und dazu beitragen die Lebensqualität zu erhöhen. Neben den gesetzlich zugelassen Psychotherapieverfahren wie Verhaltenstherapie, tiefenpsychologische fundierte Psychotherapie und der Psychoanalyse gibt es eine Reihe weiterer Verfahren, die z.B. auf Entspannung oder Gedächtnistraining bis hin zur Schmerzbewältigung fokussieren. Einen anderen Weg des Zugangs zu sich selbst, insbesondere für Menschen mit Demenzerkrankungen, bietet z.B. die Musik-therapie.


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