Seelische Gesundheit im Alter

Einleitung

Deutschland hat in Europa den höchsten Anteil an Senioren. Jeder Fünfte ist 65 Jahre alt oder älter (U.S. Census Bureau, 2008). Etwa 25% dieser Gruppe sind von einer psychischen Erkrankung betroffen. Dabei muss unterschieden werden zwischen psychisch erkrankten Menschen, die gealtert sind, und Menschen, die eine gerontopsychiatrische Erkrankung – also eine altersbedingte Erkrankung – haben. Die häufigsten gerontopsychiatrischen Erkrankungen in dieser Lebensphase sind Demenz und Depression sowie Angststörungen, Schlafstörungen und Suchterkrankungen. Sehr hoch ist auch die Anzahl der Suizide bei den über 65-jährigen, doppelt so hoch wie bei jüngeren Menschen. Seltener entwickeln sich in dieser Lebensphase schizophrene und wahnhafte Störungen.

Tod des Partners kann zu psychischer Erkrankung führen.

Das Risiko an einer psychischen Störung zu erkranken, erhöht sich immer dann, wenn eine hohe psychische Belastung erlebt wird oder eine Krisensituation auftritt. Gerade ältere Menschen erleben häufig Verlusterfahrungen wie den Tod des Partners oder von Verwandten und Freunden, die zu Isolation und Einsamkeit führen können. Hinzu kommen in vielen Fällen die Zunahme von körperlichen Krankheiten oder Beschwerden und die Abnahme der eigenen körperlichen und geistigen Fähigkeiten. Nicht zuletzt können der Ausstieg aus dem Berufsleben und das Fehlen neuer Zukunftsperspektiven Menschen in eine Krise führen.

Ein Problem für den Umgang und die Behandlung psychisch erkrankter älterer Menschen ist, dass psychische Erkrankungen häufig nicht erkannt werden und schwer zu diagnostizieren sind. Psychische Symptome wie Reizbarkeit, können leicht von körperlichen Beschwerden wie Schmerzen verdeckt sein und werden dabei oft übersehen. Dass ältere Menschen aufgrund ihrer Sozialisation meistens weniger offen über psychische Probleme sprechen, sei es aus Angst heraus als verrückt erklärt und stigmatisiert zu werden oder weil sie glauben, sich zusammenreißen zu müssen, erschwert eine rechtzeitige und damit wirkungsvolle Behandlung in vielen Fällen.

Die meisten psychischen Erkrankungen sind gut therapierbar, auch in höherem Alter sind noch gute Behandlungserfolge möglich. Grundlegend für die Seelische Gesundheit im Alter ist der offene und respektvolle Umgang mit älteren Menschen deren psychischen Erkrankungen. Je selbstbestimmter und aktiver Menschen leben, desto länger bleiben sie seelisch und körperlich gesund.


Diesen Artikel teilen

Register now


I'm a small Introtext for the Register Module, I can be set in the Backend of the Joomla WS-Register Module.



  or   Login
×