Seelische Gesundheit im Alter

Ein Überblick

Demenzerkrankungen

Demenz und Alzheimer werden häufig als Synonyme verwendet. Tatsächlich ist Demenz ein Syndrom (ein bestimmtes Muster von Symptomen), das bei verschiedenen Krankheiten auftreten kann. Insgesamt gibt es rund 50 verschiedene dementielle Erkrankungen. Die Alzheimer-Krankheit ist die bekannteste und die häufigste: mehr als 60% aller Demenzen entstehen durch Alzheimer. Weniger bekannte Formen von Demenz sind z.B. vaskuläre Demenzen, Lewy-Body- oder Lewy-Körperchen-Demenz und Frontotemporale Demenz (Pick-Krankheit). Auch die Symptome und der Verlauf der einzelnen Krankheiten unterscheiden sich.

Demenz bezeichnet einen andauernden und fortschreitenden Zustand, bei dem die Gedächtnisfähigkeit, die Denkfähigkeit und andere Bereiche des Gehirns beeinträchtigt sind. Gleichzeitig kommt es häufig zu einem Rückgang emotionaler und sozialer Fähigkeiten. In Deutschland leben etwa 1,4 Millionen Menschen mit Demenz. Das Erkrankungsrisiko steigt mit fortschreitendem Alter: Im Alter von 85 Jahren und älter gibt es die meisten Menschen mit Demenzerkrankung.

Depression

Die Wahrscheinlichkeit, an einer Depression zu erkranken, nimmt mit dem Alter zwar nicht zu, Depressionen gehören aber neben Demenzerkrankungen zu den zu den häufigsten psychischen Störungen im höherem Lebensalter. Häufig werden Symptome einer Depression fälschlicherweise als Begleiterscheinungen von Alter und Lebenskrisen gewertet. Auch eine Verwechslung mit Demenz liegt nahe, weil bei beiden Erkrankungen kognitive Beeinträchtigungen auftreten. Eine sorgfältige Diagnostik ist äußerst wichtig, da eine Depression im Gegensatz zu Demenz heilbar ist. Ursachen für depressive Symptome wie gedrückte Stimmung, Traurigkeit, Interessensverlust, Müdigkeitsgefühle und Schlafprobleme, können neben sozialen und genetischen Faktoren auch körperliche Erkrankungen und Medikamente (z.B. Betablocker zur Blutdrucksenkung) sein.

Selbsttötung/Suizid

Bei den über 60-jährigen ist die Suizidrate doppelt so hoch wie bei Jüngeren, Männer sind dabei besonders gefährdet. Etwa 30% aller Suizide werden von Menschen über 65 Jahren verübt, die meisten Menschen davon sind über 85 Jahre alt. Laut der Todesursachenstatistik des Statistischen Bundesamtes (2008), nimmt die Suizidrate mit steigendem Alter zu. Hinzu kommen noch sogenannte nicht zu erfassende „stille“ oder „verdeckte“ Suizide, bei denen die Nahrungsaufnahme verweigert oder notwendige Medikamente nicht eingenommen werden. Gründe für den Anstieg des Suizidrisikos in höherem Alter sind häufig das Erleben von Sinnlosigkeit und mangelnder Lebensziele, das Gefühl der Abhängigkeit und Unselbständigkeit sowie Einsamkeit, manchmal auch zu starke körperliche Beschwerden oder Geldmangel.

Suchterkrankungen, speziell Medikamenten- und Alkoholsucht

Die Anzahl älterer Patienten in Suchteinrichtungen ist niedrig, tatsächlich gibt es aber sehr viele ältere Menschen, die ein Suchtproblem haben. Über 2 Mio. sind nikotinabhängig, beinahe eine halbe Mio. trinken übermäßig viel Alkohol und 1 bis 2. Mio. nehmen psychoaktive Medikamente über ihren eigentlichen Bedarf hinaus. Suchterkrankungen sind bei älteren Menschen besonders gefährlich. Denn der Stoffwechsel verändert sich und der Flüssigkeitshaushalt sinkt. Dadurch können Giftstoffe nicht mehr so gut abgebaut werden und das Nervensystem wird stärker geschädigt. Akute Symptome einer Suchterkrankung sind der plötzliche Rückgang kognitiver Leistungen, verwaschene Sprache, Vernachlässigung der Körperpflege oder rätselhafte Stürze. Beim Missbrauch von Medikamenten sind Suchtsymptome auch häufig unsichtbar, deshalb spricht man in diesem Zusammenhang von „stiller Sucht“. Eine fundierte Diagnostik ist in jedem Fall notwendig, da auch eine Demenz oder Depression ähnliche Symptome verursachen kann.


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