Fragen Sie sich zunächst:

  • Ist der Umstand, dass eine Person psychisch erkrankt ist, für die Berichterstattung überhaupt relevant?
  • Ist die psychische Erkrankung nachgewiesen?
  • Wird die Privatsphäre der betreffenden Person durch Aufdecken der psychischen Erkrankung verletzt?
  • Wie wirkt sich die Erwähnung der psychischen Erkrankung auf die betreffende Person selbst, ihre Angehörigen oder den Behandlungsprozess aus?

 

Sollten Sie sich dafür entscheiden, über die psychische Erkrankung (einer Person) zu schreiben:

  • Rufen Sie sich publizistische Grundsätze (den Pressekodex) ins Gedächtnis. Zum Beispiel:

Richtlinie 4.2

Recherche bei Schutzbedürftigen Personen

Bei der Recherche gegenüber schutzbedürftigen Personen ist besondere Zurückhaltung geboten. Dies betrifft vor allem Menschen, die sich nicht im Vollbesitz ihrer geistigen oder körperlichen Kräfte befinden oder einer seelischen Extremsituation ausgesetzt sind, aber auch Kinder und Jugendliche. Die eingeschränkte Willenskraft oder die besondere Lage solcher Personen darf nicht gezielt zur Informationsbeschaffung ausgenutzt werden.

Richtlinie Ziffer 8

Schutz der Persönlichkeit

Die Presse achtet das Privatleben des Menschen und seine informationelle Selbstbestimmung. Ist aber sein Verhalten von öffentlichem Interesse, so kann es in der Presse erörtert werden. Bei einer identifizierenden Berichterstattung muss das Informationsinteresse der Öffentlichkeit die schutzwürdigen Interessen von Betroffenen überwiegen; bloße Sensationsinteressen rechtfertigen keine identifizierende Berichterstattung. Soweit eine Anonymisierung geboten ist, muss sie wirksam sein.

Richtlinie 8.6

Erkrankungen

Körperliche und psychische Erkrankungen oder Schäden gehören zur Privatsphäre. In der Regel soll über sie nicht ohne Zustimmung des Betroffenen berichtet werden.

Richtlinie 8.7

Selbsttötung

Die Berichterstattung über Selbsttötung gebietet Zurückhaltung. Dies gilt insbesondere für die Nennung von Namen, die Veröffentlichung von Fotos und die Schilderung näherer Begleitumstände.

Richtlinie 12.1

Berichterstattung über Straftaten

In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht. Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte.

  • Bemühen Sie sich um eine umfassende Recherche, die Ihnen verschiedene Perspektiven auf die Krankheit ermöglicht: Sprechen Sie mit Experten, Betroffenen und Angehörigen (Trialogischer Ansatz).
  • Verwenden Sie zuverlässige und aktuelle Informationen.


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